Newsletter der Lebenshilfe im November 2008

Schule für alle e.V.:
Gemeinsam lernen – gemeinsam leben

„Integration ist Kraftfutter für Kindergehirne!“ Diese Aussage des Neurobiologieprofessors Gerald Hüther ist zu einem zentralen Leitspruch des Vereins Schule für alle e.V. geworden, der am 3. April 2008 in Hennef gegründet wurde.
 

 Nach den Erfahrungen mit der Suche nach einem Kindergartenplatz für ihre jüngere Tochter mit Down-Syndrom stellte sich Lucia Schneider, inzwischen die erste Vorsitzende des Vereins, immer wieder die Frage, wie Integration in den Schulen gelebt werden kann. Eine brennende Frage, die sie nicht mehr los ließ. Und so organisierte sie im Februar eine Podiumsdiskussion unter dem Motto: „Was mich bewegt, betrifft auch andere“. Die positive Resonanz auf diese Veranstaltung hatte die Gründung des Vereins Schule für alle zur Konsequenz, der gemeinsames Leben und Lernen aller Kinder – unabhängig von Herkunft, Behinderung oder besonderer Begabung – stärken will.

Seither kann der Verein eine Anzahl von Erfolgen aufweisen: So trafen sich im Mai auf seine Einladung hin Eltern, Lehrer/innen und Interessierte in der Meys-Fabrik in Hennef, um über ihre Visionen einer Schule für alle Kinder zu diskutierten. Dass der Bürgermeister der Stadt Hennef für diese Zukunftswerkstatt die Schirmherrschaft übernommen hatte, ist deutliches Indiz dafür, dass der Gedanke der schulischen Integration auf kommunaler Ebene ernst genommen wird.

Seither wurde die politische Arbeit ebenso kontinuierlich weitergeführt wie die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins. So sind die Kontakte zu Kommunen, dem Schulamt für den Rhein-Sieg-Kreis und anderen Institutionen weiter vertieft worden. Neben der Präsenz mit einem eigenen Stand beim Weltkindertag in Hennef wurde auch eine eigene Broschüre mit dem Titel „Einschulung für alle“ herausgegeben, die für Eltern im Rhein-Sieg-Kreis als Wegweiser durch Gesetze, Verordnungen, Chancen und Möglichkeiten dient – und häufig gestellte Fragen über das Thema Integration und Gemeinsamer Unterricht beantwortet.

Ein weiter Weg

Wie Gemeinsamer Unterricht funktionieren kann, zeigt Schule für alle e.V. in einer eigenen Veranstaltungsreihe: Jeden Monat berichten Schulen, die bereits seit Jahren erfolgreich Gemeinsamen Unterricht praktizieren, in Hennef über ihre Erfahrungen. Zudem initiierte der Verein am 27. Oktober 2008 unter dem Dach des Kompetenzteams Rhein-Sieg-Kreis eine Weiterbildungsveranstaltung, wo Lehrer und Lehrerinnen unter der fachkundigen Anleitung von Frau Prof. Dr. Ziemen (Universität Köln) die Frage diskutierten: „Kann ich gemeinsamen Unterricht leisten?“ Aufgrund der großen Resonanz ist für 2009 eine Neuauflage dieser Veranstaltung geplant.

„Es ist sicher noch ein weiter Weg, bis Integration und Gemeinsamer Unterricht in deutschen Schulen der Normal- statt der Sonderfall sind. Hier gilt es Ängste zu nehmen, gegenseitiges Vertrauen aufzubauen und alle mitzunehmen“, so umschreibt Lucia Schneider die nächsten Schritte auf dem Weg zu einer Schule für alle.

Die Lebenshilfe Rhein Sieg unterstützt die Zielsetzung von Schule für alle e.V. Interessenten können beim Frühförderzentrum (fruehfoerderzentrum@ich-will-keinen-spamlebenshilfe-rheinsieg.de) nähere Informationen zum Verein abfragen. Oder sich über LuciaSchneider-Hennef@ich-will-keinen-spamweb.de direkt an Schule für alle e.V. wenden.

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