Bürgeranträge zum Umbau ihrer Schullandschaften

„Die UN-Behindertenrechtskonvention richtet sich ausdrücklich an alle staatlichen Ebenen", heißt es in der gemeinsamen Erklärung der Elternvereine zu den Bürgeranträgen. „Neben den Bundesländern mit der notwendigen Anpassung ihrer Schulgesetze sind vor allem auch die Kommunen, Kreise und Landschaftsverbände als Schulträger in der Pflicht."

 

Konkret verlangen die Eltern von den Kommunen, jetzt die Zusammenführung ihrer allgemeinen Schulen und ihrer Förderschulen zu einem inklusiven (alle Kinder einbeziehenden) Schulsystem einzuleiten. Alle Kinder sollen gemeinsam lernen dürfen - unabhängig von sozialer oder ethnischer Herkunft oder einer Behinderung - und individuell gefördert werden. Sonderpädagogische Förderung soll zum Kind gebracht werden, nicht mehr das Kind zur Förderung.

 

Als Sofortmaßnahme fordern die Eltern, dass ab sofort keine Zwangszuweisungen zu Sonderschulen mehr erlassen werden. Jedem Kind, dessen Eltern eine integrative Schulbildung wollen, sei ein Platz im Gemeinsamen Unterricht zu geben. Und jedem Kind, das in der Grundschule gemeinsam lernen durfte, sei ein Integrationsplatz in der Sekundarstufe anzubieten.

12 Monate später ...

Die Inklusionsanträge sind nunmehr seit fast 12 Monaten unterwegs.

 

Vieles hat sich seitdem verändert: Unter anderem ist eine neue Landesregierung am Start. Niemand wusste, was genau sich mit diesem Machtwechsel ändern würde. Auf Seiten der Elternverbände waren die Hoffnungen groß, dass der viel beschworene Paradigmenwechsel nun zügig vorangehen und durch klare Signale fociert werden würde.

 

Inzwischen könnte man ketzerisch behaupten, dass sich die Ideale von SPD und Grünen etwas verwässert haben: wie heute bekannt wurde, wurde nun die erste Gemeinschaftsschule in Ascheberg genehmigt. Die Elternvereine von Kindern mit Behinderung protestieren gegen die Genehmigung der Gemeinschaftsschule im nordrhein-westfälischen Ascheberg. Schulministerin Sylvia Löhrmann will die Schule heute als erste von bis zu 40 Gemeinschaftsschulen in Nordrhein-Westfalen genehmigen – ohne Gemeinsamen Unterricht von Jugendlichen mit und ohne Behinderung.

Was die Inklusionspläne angeht, so arbeiten wir ganz intensiv mit der Stadt Hennef zusammen: hier stehen wir aktuell sozusagen in den Startlöchern für den kommunalen Index für Inklusion in Kooperation mit der Montag Stiftung und der Stadt selbst, d.h. die Stadt hat sich klar positioniert.

 

In Siegburg und Sankt Augustin hat es bisher leider keine vergleichbaren Signale gegeben.

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